Geschichte

LANDHOTEL GUT ZARRENTIN

Bewohner

  • 1320 Spekin und Huseol
  • 1409 Heinrich Lüssow von Thurow
  • 1573 v. Tribsees
  • ca. 1590 Anna v. Jasmund
  • 1666 v. Mevius
  • 1790 Umbau/Neubau
  • 1808 v. Hinzenstein
  • 1836 K.J. v. Ferber
  • 1866 Friedrich Holz
  • 1894 v. Wodarg
  • 1935 Friedrich Meyer
  • 1946 volkseigen
  • 1998 Fam. Fröhlich
  • D.& B. Lunkenheimer

Das historische Gutshaus Zarrentin

... blickt auf eine jahrhundete lange Geschichte zurück

 

Erstmals erwähnt wird das Gut 1320 unter der Regentschaft von Prinz Witzlaw III., dem letzen slawische Fürsten von Rügen. Er vergibt die Güter von Certyn (Zarrentin) an seine Vasallen Spekin und Huseol. In dieser Zeit bestand die Bebauung aus einem Wehrturm und einem befestigtem Wohnbau im Bereich dea Anbaus des heutigen Gutshauses. Kreuzgewölbe aus dieser Zeit sind unter dem Anbau heute noch vorhanden. Nach dem Tod der Lehnsmännen 1321 zieht Witzlaw die Güter von den Witwen wieder ein.

 

 

1409 ist Heinrich Lüssow aus Turow, Ritter und Lehensmann des Landesfürsten Herzog Wartislaff VIII, als Lehensträger des Dorfes eingetragen. Er stiftet eine Vikarie in der Kirche Kirch-Baggendorf und stellt damit die seelsorgerische Betreuung der Bevölkerung sicher. Diese Stiftung wird aus Renten der Güter Wüsteney, Zarrentin und anderer Dörfer finanziert. Seit dieser Zeit hatten die Herren von Zarrentin bis 1808 des Patronat des Kirchspiels Kirch-Baggendorf inne.

Heinrich Lüssow ist der Großvater von Heinrich Rubenow, dem späteren Bürgermeister von Greifswald, der 1456 die Universität Greifswald gründete und aus eigenem Vermögen und auch mit Einnahmen aus Zarrentin, die entscheidende finanzielle Grundlage bereitstellte. Heinrich Rubenow verbrachte einen Teil seiner Kindheit auf Zarrentin.

 

Als Lehensträger folgten die Herren von Tribsees, eine der ältesten Stralsunder Familien die auch mehrere Ratsherren stellte. In den Kirchenbücher finden sich Aufzeichnungen von 1573 nach denen Werner Tribsees 100 ha Land in Zarrentin besitzt (aus dem Landbesitz werden die Abgaben an die Kirche berechnet). Um 1600 hat die Familie Tribsees in Zarrentin 6 Hufen Land (1 Hufen = 19,5 ha). Fünf Bauern stehen in Leibeigenschaft.

 

Sein Enkel der wohledle gestrenge feste Joachim Vollrath von Tribsees und fürstlicher Hauptmann auf Loitz ehelichte am 29. April 1607 die wohledle und tugendreiche Anna von Jasmund. Sie war die Tochter von Caspar von Jasmund, des Landvogts auf Rügen. Beide sind in der Kirche in Kirch-Baggendorf beigesetzt. Ein Epitaph der Eheleute ist dort heute noch zu sehen.

 

Der Westfälische Friede, der zum Ende des dreißigjährigen Krieges führte, brachte 1648 wesentliche territoriale Veränderungen. Schweden erhielt außer einer Kriegsentschädigung von 5 Millionen Taler ganz Vorpommern, die Insel Rügen, die Odermündung, das rechte Oderufer, die Stadt Wismar und die Bistümer Verden und Bremen. Erst mit dem Wiener Kongress kam Vorpommern im Herbst 1815 zu Preußen.

 

David von Mevius folgt als Lehensträger auf die Familie Tribsees. Am 21. April 1653 wurde Mevius für seine zahlreichen Verdienste von der schwedischen Krone mit den Gütern Zarrenthin, Wendisch-Baggendorf sowie Brönckow belehnt, am 24. September 1665 bestätigte Karl XI. von Schweden David Mevius seinen erblichen Adel und verbesserte sein Wappen.

Der 1609 in Greifswald geborene Mevius war einer der einflussreichsten Juristen und Diplomaten seiner Zeit in Nordeuropa. Er beginnt schon als 10-Jähriger sein Studium der Jurisprudenz an der heimischen Universität. Nach einer außerordentlichen und ordentliche Professur an der Universität Greifswald nimmt er eine vielbeachtete Tätigkeit als Diplomat, Rechtsberater des Rates, Verwalter des Archivs und Direktor im Konsistorium in Stralsund an. In seiner Zeit am Sund verfasste er seinen wichtigen, mehrfach aufgelegten Kommentar zum Lübischen Recht sowie seine weithin beachteten Traktate zur Leibeigenschaft, zu den Privilegien der Ritterschaft und zum Verhältnis zwischen Eigentümern und Pächtern. Aus dieser Position wurde Mevius von der schwedischen Krone Ende 1652 auf das Amt des Vizepräsidenten des Wismarer Tribunals berufen. Er engagierte sich sehr stark in der Organisation dieses neuen, höchsten Gerichts für die schwedischen Lehen im Alten Reich (Herzogtümer Bremen, Verden und Pommern cum annexis, Domkapitel Hamburg und Herrschaft Wismar), arbeitete eine moderne Gerichtsordnung aus und prägte dadurch und durch seine praktische Arbeit das am 17. Mai 1653 im Wismarer Fürstenhof eingeführte Gericht maßgeblich. Die Arbeit „seines“ Gerichts dokumentierte Mevius in den in den schwedischen Besitzungen rechtssetzenden Decisiones, kommentierten Urteilen des Tribunals, die zwischen 1664 und 1674 in zehn Bänden erschienen.

 

Neben diesen juristischen Aufgaben wirkte Mevius weiterhin als Diplomat. Er besuchte die Höfe der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg und Holstein sowie des Landgrafen von Hessen, entwarf für die schwedische Krone Antworten auf Schreiben des Königs von Dänemark, leitete Verhandlungen mit englischen und holländischen Gesandten in Wismar, reiste an den Kaiserhof nach Wien, um die Investitur der schwedischen Krone in ihre deutschen Lehen zu befördern, vermittelte zwischen den Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln und der Pfalz wegen „des Wildfangs“ und zwischen der schwedischen Krone und dem Mecklenburger Herzog wegen des an Schweden verpfändeten Warnemünder Zolls, koordinierte für Schweden die Aktivitäten auf den Kreistagen Ober- und vor allem Niedersachsens und nahm zahlreiche weitere Aufgaben wahr. Als die Pommersche Landesuniversität aus Anlass der 400 Jahrfeier ein Denkmal setzt, wird der Jurist David von Mevius besonders geehrt.

 

Sein Enkel Heinrich Rudolph von Mevius starb 1746 als titulierter Dänischer Etatsrath und Besitzer der Güter Zarrenthin und Kirchbaggendorf. Er war mit der Baronesse von Zülich verheiratet.

 

Zwischen 1780-1790 wird der heutige Baukörper im Stil des schwedischen Spätbarock/Frühklassizissmus errichtet. Wahrscheinlich ist Carl Rudolph von Mevius der Erbauer.

 

Die Ära derer von Mevius endet mit Anton Gustav Friedrich von Mevius. Er verkaufte die Güter Zarrenthin und Baggendorf im Jahre 1808. Er war mit Johanna Wilhelmina Henrietta von Kracht verheiratet.

Besitzer nach 1800

 

 

1808 von Hinzenstein ist Besitzer von Zarrentin.

1836 Sein Schwiegersohn K.J. von Ferber erbt Zarrentin.

1854 von Ferber verkauft das Gut an seinen Bruder Hans von Ferber.

1866 von Ferber macht Pleite. Das Gut übernimmt Friedrich Holz.

1894 Hauptmann Wodarg wird Besitzer.

1932 Aufsiedlung durch die Pommersche Landesgesellschaft.

1935 Friedrich Meyer aus Westfalen erwirbt den Resthof.

1945 Zu DDR-Zeiten wird das Gutshaus als Flüchtlingsunterkunft, Schue und Kindergarten genutzt.

1998 Familie Fröhlich als Erben der Famielie Meyer erhält den Resthof von der Treuhand zurück.

 

2013 Dorlis und Bernhard Lunkenheimer erwerben das Restgut, sanieren das Gebäude, das durch den jahrelangen Leerstand sehr gelitten hat, von Grund auf und betreiben darin ein kleines Landhotel mit Hofcafé.

IMPRESSUM I AGB I © 2014 Landhotel Gut Zarrentin